Globale Wasserversorgung

Wasser ist ein Menschenrecht

Von Michael Gneuss und Katharina Lehmann · 2021

Es ist die Grundlage allen Lebens. Doch nicht alle haben Zugang zu sauberem Wasser. Dabei gibt es eigentlich genug. Je mehr Menschen aber auf diesem Planeten leben, desto schmutziger ist das Wasser. Helfen kann da nur die sichere und nachhaltige Aufbereitung.

Ein Glas steht an einem Bachlauf und fängt Wasser auf. Thema: Globale Wasserversorgung
Ohne frisches, sauberes Wasser ist kein Leben möglich. Foto: iStock / ArtTim

Wasser ist das Lebenselixier schlechthin. Unser Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Die Flüssigkeit übernimmt viele lebenswichtige Funktionen, es fördert die Entschlackung, den Transport von Mineralstoffen und Spurenelementen, beseitigt Abbauprodukte und reguliert die Körpertemperatur. Fehlt es, kommt es kurzfristig zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Kreislaufbeschwerden, langfristig kann zu wenig trinken zu Nierensteinen oder Thrombosen führen.

Oft zu schmutziges Wasser

Nicht ohne Grund also haben die Vereinten Nationen am 28. Juli 2010 das „Recht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht“ anerkannt. Doch noch immer haben nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen weltweit rund 2,2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser; rund 785 Millionen Menschen verfügen nicht einmal über eine Grundversorgung mit sauberem Trinkwasser. Und für fast 80 Prozent der Weltbevölkerung ist der gesicherte Zugang zu Trinkwasser in den kommenden Jahren und Jahrzehnten bedroht. Vor allem in den ärmsten Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas, in denen Leitungswasser nicht genießbar und Flaschenwasser teuer ist, greifen die Menschen stattdessen zu verschmutztem Wasser aus Brunnen und Flüssen. Die Folge: vermeidbare Krankheiten aufgrund des mit Keimen und Bakterien verunreinigten Wassers und die Verbreitung von Seuchen aufgrund mangelnder Hygiene.

Globale Wasserversorgung: ausreichend Vorräte vorhanden

Dabei würden die weltweiten Trinkwasservorräte eigentlich ausreichen, um alle Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen, erklärt Dietrich Borchardt, der am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung die globale Wasserqualität untersucht, gegenüber dem Deutschlandfunk: „Unsere natürliche Umwelt, global, stellt der Menschheit heute und auch in absehbarer Zukunft genügend Wasser zur Verfügung. Wir als Menschen versagen aber dabei, damit nachhaltig umzugehen.“ Über Kanalisation und Landwirtschaft, aufgrund von Industrialisierung und Umweltverschmutzung gelangen immer mehr Schadstoffe in die Gewässer – und werden nicht herausgefiltert.

Es hapert vor allem an der Wasseraufbereitung. Weltweit hat nach Angabe der Vereinten Nationen mehr als die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu sicher bewirtschafteten Sanitäranlagen. Und mit dem Anstieg der Bevölkerung auf neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 wird sich das Problem noch einmal verschärfen. Borchardt schätzt, dass sich die Abwasserströme bis 2050 verdoppeln. Sind jedoch keine oder nur unzureichende Kläranlagen vorhanden, gelangen diese Abwässer über Flüsse in den Wasserkreislauf. „Flüsse transportieren Abwasser von der Quelle oder vom Einleitungspunkt stromabwärts bis ins Meer, sodass auf dem Wege dahin plötzlich sehr viele Menschen mit verschmutztem Wasser konfrontiert sein können, die es heute noch gar nicht sind.“ Doch das ist nur ein Problem: Weltweit kippen Fabriken und Industrieanlagen ihre Abwasser ungefiltert in die Natur. Zudem landen unzählige Tonnen Müll in der Umwelt. 

Geschlossene Wasserkreisläufe schaffen

Wichtigstes Instrument für sauberes Wasser ist daher neben der Vermeidung von Verschmutzungseinträgen in die Umwelt die Wasseraufbereitung. In Deutschland funktioniert das gut – in geschlossenen Kreisläufen wird unser Abwasser in effizienten Kläranlagen gereinigt und dann zurück in Flüsse, Seen oder das Grundwasser gebracht. Mehr als 6.000 Wasserversorger entnehmen dieses Wasser und bereiten es als Trinkwasser auf. „Das Trinkwasser in Deutschland besitzt sehr gute Qualität“, heißt es auch beim Umweltbundesamt. Frisches Trinkwasser aus der Leitung könne nahezu ausnahmslos ohne Bedenken getrunken werden. Damit das so bleibt, wird die Wasserqualität regelmäßig überprüft. Die deutschen Trinkwasserkontrollen gehören zu den schärfsten weltweit. Und mehr als 99 Prozent des deutschen Trinkwassers sind ohne Beanstandungen. Vorausgesetzt, auch die hausinternen Leitungen sind in Ordnung. Denn die letzten Meter der Wasserleitung liegen in der Verantwortung der Hauseigentümer. Aus diesem Grund sollte das Wasser aus dem Hahn in regelmäßigen Abständen auf Verunreinigungen durch Blei, aber auch durch Mikroben überprüft werden.

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