Was bedeutet klimaneutral?

Eine globale Herausforderung

Von Barbara Fuchs · 2021

Treibhausgase reduzieren, Schadstoffe vermeiden und Abfälle wiederverwerten – mit diesen Maßnahmen lassen sich Umwelt und Klima schützen. Es reicht jedoch nicht, entsprechende Programme auf nationaler Ebene umzusetzen. Klimaschutz ist vielmehr eine globale Aufgabe.

Blick von unten in Baumkronen
Foto: iStock/ erdenmungan

Die deutschen Emissionen allein hätten keinen größeren Einfluss auf das Weltklima, meint Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Allein würden die Einsparungen hierzulande daher keine substanzielle Wirkung entfalten. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur plädiert Russwurm im Namen der deutschen Industrie für eine stärkere internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels. „Im Kampf gegen die Erderwärmung müssen Deutschland und Europa es schaffen, Klimaschutz so global wie möglich zu vereinbaren“, so der BDI-Präsident.

Mit gutem Beispiel voran

Klar ist: Klimaschutz ist eine globale Herausforderung. Klar ist aber auch: Deutschland darf sich nicht hinter der globalen Dimension dieser Aufgabe verstecken. Vielmehr sollte die Bundesrepublik als größte Volkswirtschaft der Europäischen Union und als viergrößte Volkswirtschaft der Welt mit gutem Beispiel vorangehen.

So will nun auch die Bundesregierung auf Initiative von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) einen internationalen Klimaclub ins Leben rufen – eine Idee, die zunächst mit Frankreich, anschließend mit der EU-Kommission diskutiert werden solle. Ziel der Staatenallianz soll sein, die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens zu beschleunigen und gleichzeitig jene Länder vor wirtschaftlichen Nachteilen zu schützen, die ihre Unternehmen zu Klimaschutzauflagen verpflichten.

Klimaneutralität anstreben

Alle Mitglieder des internationalen Klimaclubs sollen sich dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens verpflichten und bis spätestens 2050 die Klimaneutralität anstreben. Als klimaneutral gelten Prozesse, die unter dem Strich die Atmosphäre nicht mit zusätzlichen Treibhausgasen belasten. Nur so könne der globale Temperaturanstieg, der durch den Treibhauseffekt seit Beginn der Industrialisierung in Gang gesetzt wurde, auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Gelingt das nicht, drohen Extremwetterlagen rund um den Globus – mit härteren Hitzewellen und Dürreperioden, aber auch mit mehr Starkregenereignissen und Stürmen in anderen Regionen. Durch das Schmelzen des Polareises stiege der Meeresspiegel weiter an, Lebensraum für Mensch und Tier ginge verloren. Viele Tier- und Pflanzenarten könnten sich zudem den neuen Gegebenheiten nicht anpassen und würden aussterben.

Damit es nicht so weit kommt, muss die Staatengemeinschaft nun handeln. Die Mitglieder der internationalen Klimaklubs sollen, so die Idee der Bundesregierung, ambitionierte Zwischenziele ausarbeiten und mit deren rascher Umsetzung den Klimaschutz Schritt für Schritt vorantreiben. Bei solch ambitionierten Plänen müsse man versuchen, die G20 – und damit auch China – für den Klimaschutz zu gewinnen, betonte Russwurm. Außenwirtschaftspolitik sei ein wichtiges Feld für den Klimaschutz. „Da ist noch Luft nach oben, da muss die EU aktiver werden.“

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