Ressource Wasser

Grundlage des Lebens

Von Michael Gneuss und Jürgen Ackermann · 2022

Es ist eine uralte Weisheit: „Wasser ist nicht alles, aber ohne Wasser ist alles nichts.“ Schon im 6. Jahrhundert vor Christus erklärte sich der Naturphilosoph Thales von Milet so die Herkunft der Welt. Umso schlimmer ist es, dass nach UNICEF-Angaben heute 2,2 Milliarden Menschen weltweit überhaupt keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser haben.

Eine Hand gleitet durchs Wasser
Begehrtes Element: Wasser. Foto: iStock / globalmoments

Vor diesem Hintergrund sind der nachhaltige Schutz dieser kostbaren Ressource und eine kontinuierliche Aufbereitung unabdingbar. Das unterstreicht auch ein Blick auf die Zahlen: Zwar sind mehr als zwei Drittel der Erde von Wasser bedeckt, davon sind allerdings nur weniger als drei Prozent tatsächlich trinkbar. Dieses Trinkwasser ist zudem sehr ungleich verteilt. Besonders in Afrika, Lateinamerika und Asien herrscht vielerorts dramatische Wasserknappheit. Schätzungsweise 3,6 Milliarden Menschen leben heute in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr extrem wasserarm sind. Laut UNICEF leben weltweit mehr als 1,42 Milliarden Menschen in Gebieten mit insgesamt hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit, darunter 450 Millionen Kinder.

Deutschland ist wasserreich

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern auf der Welt ist Deutschland ein wasserreiches Land. „Die erneuerbaren Süßwasserressourcen umfassen im langjährigen Mittel rund 188 Milliarden Kubikmeter“, erklärt Professor Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). „Davon werden aus dem Wasserkreislauf aktuell rund 24 Milliarden Kubikmeter pro Jahr entnommen beziehungsweise genutzt.“ Positiv ist, dass der Wasserverbrauch in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. In vielen anderen Teilen der Welt ist er dagegen stark gestiegen. Gründe dafür sind die wachsende Weltbevölkerung sowie die zunehmende Industrialisierung und der damit steigende Energiebedarf. Gleichzeitig hat auch die Verschmutzung des Wassers zugenommen. Allein diese Entwicklung zeigt, wie wichtig heute und in Zukunft die Weiterentwicklung und Verbreitung von modernen Systemen zur Aufbereitung von Wasser sind.

Verknappung der Ressource Wasser entgegenwirken

Dies gilt umso mehr, als mit modernen Aufbereitungsanlagen und -systemen nicht nur der Verknappung effektiv entgegengewirkt werden kann. Vielmehr sprechen auch erhebliche Kosteneinsparungen für die Weiter- oder Wiederverwendung von Wasser. So sind besonders in der produzierenden Industrie Wasseraufbereitungsanlagen von großer Bedeutung, um nicht zuletzt die Umwelt vor verunreinigtem Abwasser zu schützen. Zudem kann die Verwendung von eigenen Brunnenanlagen die Wasserversorgung innerhalb der Betriebe nachhaltiger sowie kostengünstiger gestalten.

Klimawandel sorgt für Probleme

Das globale Vorantreiben von effektiven Systemen zur Wassergewinnung und -aufbereitung ist aber nur eine der großen Herausforderungen in puncto Wasserversorgung. Eine andere ist der Klimawandel und seine Folgen. So sorgen die Auswirkungen der Klimakrise und die damit einhergehende Erderwärmung mit dem Schmelzen von Gletschern, einem Anstieg des Meeresspiegels und der Zunahme von Wetterextremen für große Probleme. Last but not least droht Gefahr für das Wasser durch Verunreinigungen. Hier stoßen auch moderne Kläranlagen zunehmend an ihre Grenzen. „Trinkwasser ist in Deutschland und Europa auf unterschiedliche Weise auch hinsichtlich der Qualität gefährdet“, erklärt Dietrich Borchardt vom UFZ. „Das liegt daran, dass, abhängig von der Belastung mit Stoffen wie Nitrat, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und deren Metaboliten oder Mikroorganismen, das Wasser entweder gar nicht zur Trinkwasseraufbereitung genutzt werden kann oder aber ein großer technischer Aufwand betrieben werden muss, um die notwendige Qualität zu erreichen.“ 

Problematischer Zustand

Eine Bewertung des chemischen Zustands des Grundwassers in Deutschland von 2016 zeigt, dass 35 Prozent aller Grundwasserkörper in einem „schlechten chemischen“ Zustand sind. Hauptursache sind auch hier diffuse Belastungen durch Nitrat und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft. Beim Nitrat überschreiten 27 Prozent der Grundwasserkörper die Qualitätsnorm, bei den Pflanzenschutzmitteln sind es drei Prozent.

Die Herausforderungen für die weltweite globale Wasserversorgung scheinen nahezu gigantisch. Und ihre Bewältigung wird in verschiedenen Gegenden der Welt zunehmend zu einer Frage von Krieg und Frieden, so etwa in Nordafrika und in Fernost. Klar ist also, dass Wasser in seiner Bedeutung als existenzielle Ressource seit Jahrtausenden nichts verloren hat. Es zu erhalten ist für die Menschheit ohne Alternative.

Quellen:
Aus Politik und Zeitgeschichte: Trinkwassersicherung in Deutschland
Unicef: Weltwassertag 2022: 10 Fakten über Wasser
https://klassewasser.de/content/language1/html/3673.php

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