Vorteile für Elektroautos

Mehr Tempo beim Umstieg

Von Jens Bartels · 2021

Die Elektromobilität nimmt in Deutschland an Fahrt auf. Um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor für das Jahr 2030 zu erreichen, ist allerdings eine höhere Dynamik erforderlich. Für ein deutliches Plus an grüner Mobilität werden klimafreundliche Anreize der Politik und eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen.

Frau lehnt an einem Elektroauto
Der Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur ist ein zentrales Element der Mobilitätswende. Foto: iStock / Scharfsinn86

Die Mehrheit der Deutschen ist offen für veränderte politische Maßnahmen im Verkehrssektor. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena). So bewerten etwa 70 Prozent der Befragten eine Differenzierung des Kaufpreises von Pkw in Abhängigkeit von deren CO₂-Ausstoß als geeignetes Instrument, die CO₂-Emissionen von Autos zu reduzieren. Die Einführung eines solchen „Bonus-Malus-Systems“ würde geringere Kosten beim Kauf von Fahrzeugen mit niedrigen Emissionswerten bedeuten. Fahrzeuge, die viel Kohlenstoffdioxid emittieren, würden hingegen teurer werden. Mehr als ein Viertel der Befürwortenden und der Kritisierenden eines solchen Systems bewerten die stärkere Anpassung der Kfz-Steuer an den CO₂-Ausstoß des Pkw als wirksames Instrument. Etwa ein Fünftel beider Gruppen kann sich die Einführung eines Höchstwerts für zulässige CO₂-Emissionen vorstellen. Eine deutliche Erhöhung der Kraftstoffpreise bewerten 14 Prozent beziehungsweise sieben Prozent als wirksame Maßnahme.

Vorteile für Elektroautos

Klar ist: Regulatorische, steuerliche und finanzielle Anreize oder eine Kombination aus allen dreien zusammen gelten als einer der zentralen Hebel auf dem Weg zu einer sauberen Mobilität. In Deutschland zählt zu dem Instrumentenmix beispielsweise ein zeitlich befristeter Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge bis Ende 2025. Durch den sogenannten Umweltbonus gibt es bis zu 9.000 Euro für den Kauf eines neuen oder jungen gebrauchten Elektroautos. Auch steuerlich können sich Eigentümer von Elektroautos über Vorteile freuen: So wird die bereits geltende zehnjährige Kraftfahrzeugsteuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge ebenfalls bis zum 31.12.2025 gewährt und im Rahmen des Corona-Konjunkturprogramms sogar bis Ende 2030 verlängert. Um die Emissionen im Verkehr kontinuierlich zu reduzieren, setzt die Bundesregierung darüber hinaus auf Preissignale für emissionsintensive Kraftstoffe und verbrauchsstarke Fahrzeuge. Dafür sorgt eine neue CO₂-Bepreisung fossiler Kraftstoffe. Der Preis beträgt aktuell 25 Euro pro Tonne CO₂ und soll laut Gesetz bis 2025 auf 55 Euro steigen. Benzin wird dadurch in den nächsten Jahren nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln noch einmal um 8,4 Cent, Diesel um 9,5 Cent pro Liter teurer. Nicht zuletzt profitieren die Nutzer von Elektroautos vom E-Kennzeichen. Damit ist das Parken im öffentlichen Parkraum häufig gebührenfrei. Zudem ist das E-Kennzeichen oftmals Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug überhaupt an einer Ladesäule geparkt werden darf.

Förderung in anderen Ländern

Auch in anderen Ländern genießen E-Auto-Fahrer Vorteile. In Norwegen etwa werden Besitzer von Elektroautos bei der Anschaffung bereits seit den 1990er Jahren die Einfuhrzölle, Zulassungsgebühren oder die Mehrwertsteuer erlassen. Ein elektrisch betriebenes Fahrzeug kostet deshalb in Norwegen nicht mehr als ein Pkw mit Verbrennungsmotor. Zudem fällt im Land der Fjorde für E-Auto-Besitzer die weit verbreitete Straßenmaut geringer aus und sie können in manchen Städten die Busspuren befahren oder zahlen auf öffentlichen Parkplätzen keine Gebühren.

Auch in Nachbarländern wie Frankreich und den Niederlanden sind bereits verschiedene Bonus-Malus-Modelle etabliert, bei denen Fahrzeuge mit den höchsten CO₂-Emissionen einen Zuschlag bezahlen müssen. Mitunter gibt es Vorteile für E-Auto-Besitzer auch nur in bestimmten Städten. So dürfen beispielsweise in London emissionsfreie Fahrzeuge in die Londoner Mautzone fahren, ohne den üblichen Tagespreis zahlen zu müssen. Gleichzeitig entfällt eine zusätzliche Tagesgebühr für den Zugang zur kürzlich eingeführten Niedrigemissionszone. Damit sparen die Nutzer von E-Autos eine Summe von knapp 30 Euro an einem einzigen Tag.

Ausbau der Infrastruktur

Quelle: BDEW, 2021

Um wirksame Emissionsminderungen zu erreichen, sind neben der Kombination aus Preisbildungsmechanismen, Subventionen und Vorschriften auch Infrastrukturmaßnahmen notwendig. Ein Schlüssel ist ganz sicher der schnellere Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Nach wie vor ist es ein großes Manko der Elektromobilität, dass nicht ausreichend Möglichkeiten zum Aufladen der batteriebetriebenen Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Immerhin hat im März ein Gesetz für einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Gebäuden erfolgreich den Bundesrat passiert. Damit möchte die Bundesregierung das Aufladen von Elektroautos zu Hause, am Arbeitsplatz oder bei alltäglichen Besorgungen erleichtern.

Wussten Sie schon, dass …

… im Jahr 2020 der weltweite Bestand an Elektroautos laut einer aktuellen Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) auf 10,9 Millionen gestiegen ist? Das ist ein Plus von mehr als drei Millionen gegenüber dem Vorjahr. China liegt mit gut fünf Millionen E-Autos im Bestand weiter auf Platz eins, gefolgt von den USA mit 1,77 Millionen. Deutschland hat sich mit fast 570.000 Fahrzeugen um drei Plätze auf Rang drei vorgearbeitet. Bei den Pkw-Neuzulassungen liegt Deutschland nun sogar auf Platz zwei weltweit. Damit haben sich die Verkaufszahlen im Jahr 2020 hierzulande fast vervierfacht.

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