Klimafreundliche Wärmeerzeugung

Grüner heizen

Von Jens Bartels · 2021

Wohngebäude zu dämmen, reicht alleine nicht aus. Grundsätzlich macht es mehr Sinn, den Fokus auf eine klimafreundliche Wärmeerzeugung zu legen. Eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung werden Wärmepumpen spielen, aber auch eine klimaneutrale Fernwärmeversorgung könnte künftig an Bedeutung gewinnen.

Holzscheite
Foto: iStock/ Gerd Zahn

Heizen in Deutschland wird klimafreundlicher. Gut zwei Drittel, 68,8 Prozent, der im Jahr 2020 in Deutschland neu gebauten Wohngebäude werden ganz oder teilweise mit erneuerbaren Energien beheizt. Dies gab kürzlich das Statistische Bundesamt bekannt. Dabei stieg der Anteil von mit erneuerbaren Energien betriebenen Heizungen gegenüber 2019 erneut leicht an – damals waren es 67,2 Prozent. Im Jahr 2015 hatte er noch bei 61,5 Prozent gelegen. Als primäre, also überwiegend für das Heizen eingesetzte, Energiequelle wurden erneuerbare Energien im Jahr 2020 erstmals in mehr als der Hälfte, 50,5 Prozent, der neuen Wohngebäude eingesetzt.

Die Zeit zur Erreichung der Pariser Klimaziele wird dennoch knapp. Erst kürzlich verschärfte die Bundesregierung daher das Klimaschutzgesetz: Bis zum Jahr 2030 sollen nun 65 Prozent statt 55 Prozent der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 eingespart werden. Die Klimaneutralität der Energieversorgung in Deutschland ist bis 2045 vorgesehen.

Klimafreundliche Wärmeerzeugung: Fossile Energieträger ersetzen

Dies betrifft natürlich auch den Wärmesektor. Nach Angaben des Umweltbundesamts macht dieser Bereich mehr als 50 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs aus. Wärme wird vor allem aus Erdgas, Mineralöl und Kohle gewonnen. Durch die Wärmewende soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher werden. Klar ist: Für eine erfolgreiche Wärmewende müssen fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Zu den vielversprechenden Technologien, die die Wärmewende ermöglichen, gehört die Solarthermie. Dabei wandeln Solarkollektoren auf dem Dach Sonnenstrahlen in Wärme um. Mit dem Solarthermie-Verfahren, bei dem Wärme gespeichert wird, kann zugleich Wasser für Sanitäranlagen oder für die Heizung erwärmt werden.

Mehr Wärmepumpen einbauen

Auch der Einbau einer Wärmepumpe bedeutet grüne Energie fürs Eigenheim: Bei diesem Verfahren kommt die Energiegewinnung mittels Geo- und Umweltthermie zum Einsatz. Im Betrieb braucht die Wärmepumpe lediglich elektrische Energie. Wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, etwa von Solarzellen auf dem Dach, verursacht die Wärmepumpe keine Treibhausgas-Emissionen. Ein weiterer Vorteil von Wärmepumpen: Durch eine intelligente Steuerung sind sie in der Lage, flexibel auf die Anforderungen des Stromnetzes zu reagieren. So kann zum Beispiel die Wärmepumpe genau dann arbeiten und den Wärmespeicher füllen, wenn viel Solarstrom vom Dach kommt oder der Wind stark weht und viel Windstrom im Netz zur Verfügung steht. Auf diese Weise wird das Stromnetz stabilisiert und die Nutzung fossiler Kraftwerke ersetzt.

Chancen durch Fernwärme

Eine wichtige Rolle bei der Wärmewende könnte in Zukunft auch die Fernwärme spielen. Grundvoraussetzung dafür sind zum einen der Ausbau von Fernwärmenetzen und zum anderen die klimaneutrale Erzeugung der Fernwärme. Bislang wird für die Erzeugung häufig Abwärme von Verbrennungsprozessen in Industrie, Energieerzeugung oder Müllverwertung genutzt. Infrage kommen dafür aber auch Solarkollektoren oder Großwärmepumpen. Diese könnten Energie beispielsweise aus Gewässern oder Kläranlagen gewinnen.

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