Wohnen der Zukunft

Digital, flexibel, null Emissionen

Von Nadine Effert · 2021

Die Suche nach nachhaltigen, klimaneutralen und gesunden Lebensweisen sorgt dafür, dass Bauen und Wohnen nach ökologischen Maßstäben immer populärer werden. Und: Die Digitalisierung macht es sich in immer mehr Wohnungen und Häusern gemütlich und bestimmt mit, wie wir in Zukunft leben.

Ein Sparschwein auf der Heizung
In der Zukunft kommt es darauf an, sparsam mit Ressourcen umzugehen.

Die Zukunft wirft so einige Fragen auf – auch, wenn es um das Thema Zuhause geht. Wo leben wir später? Wie wohnen wir morgen? Wie sehen die Wohnkonzepte der Zukunft aus? Wie kann noch klimaschützender gebaut werden? 

Intelligentes Wohnen

Bei einem Aspekt sind sich Fachleute beim Blick in die Kristallkugel sicher: Vernetzte, „intelligente“ Häuser, ausgestattet mit innovativen Steuerungs- und Kommunikationstechnologien für Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Energieversorgung, werden 2040 alltäglich sein. „Das Zuhause der Zukunft ist smart“, bestätigt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dabei geht es nicht mehr nur um eine Lampe, die per App gesteuert wird, oder um einen Rasenmäher, der autonom das Gras kurz hält – es geht um die durchgängige Vernetzung der Geräte untereinander und ihre Steuerung über eine gemeinsame Plattform.“ Der Smart-Home-Markt boomt: Laut dem Digital Market Outlook wird der Umsatz in Deutschland im Jahr 2025 bei rund 9,644.6 Millionen Euro liegen – fast eine Verdopplung im Vergleich zu 2020. Smart-Home-Anwendungen machen unser Zuhause komfortabler, sicherer und nachhaltiger. Beim Thema Sicherheit geht es dabei längst nicht mehr nur um Einbruch-, Brand- und Wasserschutz, sondern auch um ein smartes Familienleben, das ein altersgerechtes, selbstständiges und sicheres Wohnen ermöglicht – von intelligenten Bewegungsmeldern über Thermostate für ein optimales Raumklima oder Sturzerkennungssensoren. 

Wohnen der Zukunft: alternativ und flexibel 

Diese technisch ausgefeilten Lösungen kommen dem immer häufigeren Wunsch vieler Menschen entgegen, im Alter in vertrauter Umgebung wohnen bleiben zu können. Dies hat sich durch die Coronapandemie laut einer repräsentativen Onlineumfrage im Auftrag des Immobilien-Teilverkauf-Anbieters Engel & Völkers LiquidHome sogar noch verstärkt. Grundsätzlich hegten 28 Prozent der über 50-Jährigen den Wunsch, im Alter zu Hause wohnen bleiben zu können. Mehr als jeder dritte Teilnehmende der Umfrage gab an, dieses Bedürfnis habe sich durch die Coronapandemie verstärkt. Ein Modell, das diesbezüglich auch Zukunft hat, ist das Generationenwohnen, also Häuser, in denen junge und alte Menschen zusammenleben. Aber auch das Thema Flexibilität nimmt an Fahrt auf. Gefragt sind modulare, flexible Konzepte, die sich dem schnellen Wandel unserer Gesellschaft anpassen können. Paradebeispiel sind derzeit die sogenannten Tiny Houses. 

Ressourcenschonend leben

Zurück zum Smart Home. Beim Aspekt Nachhaltigkeit geht es um die Optimierung des Energieverbrauchs durch datenbasierte Überwachung sowie Harmonisierung und Automatisierung aller energiebezogenen Prozesse. Dazu gehören etwa Heizung und Beleuchtung. Eine aktuelle Bitkom-Studie zur Abschätzung des Beitrags digitaler Technologien zum Klimaschutz zeigt anhand einer Fallstudie aus den USA, dass rund zehn Prozent des Energieverbrauchs je Haushalt durchschnittlich allein durch intelligente Thermostate reduziert werden können. Das Potenzial ist enorm. Aber auch angesichts der steigenden Energiekosten – aktuell Rekord-Preise – lohnt es sich, vor allem bei Neubauten, sich von Beginn an Gedanken zu beispielsweise Dämmung, Heizsystem und Kombinationsmöglichkeiten mit erneuerbaren Energien wie Solarstrom aus Sonnenenergie zu machen, und grundsätzlich energie-, aber auch wassersparend zu leben.

Null-Emission statt Null-Energie

Im Idealfall ist das Haus der Zukunft eines, das bereits beim Bau und Betrieb keine Treibhausgas-Emissionen erzeugt. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam des European Academies Science Advisory Councils (EASC) in einer aktuellen Analyse. Darin beschreiben die Wissenschaftler, was die sogenannten „Null-Emissions-Gebäude“ ausmacht. Gebäude sollten so konzipiert werden, dass sie „am Ende ihrer ‚Lebensdauer‘ demontiert und das Material recycelt“ werden kann. 

„Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft würde es nicht nur ermöglichen, den Ressourcenverbrauch und den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren, sondern auch, das Abfallproblem anzugehen“, sagt Energieforscher Prof. Brian Norton vom Tyndall-Institute (Irland), der an der Studie mitgearbeitet hat. Statt Neubauten solle auf Wiederverwertung bestehender Bauten gesetzt werden. Das Haus der Zukunft produziert somit null Emissionen und ist zu 100 Prozent recycelbar.

Schon gewusst?

Etwa 120 bis 190 Liter Trinkwasser pro Kopf fließen täglich in die deutsche Kanalisation. Warmwasser ist mit etwa zwölf Prozent des Gesamtenergieverbrauchs der zweitgrößte Energieverbraucher im Haushalt. Hier fünf Tipps für einen besseren Wasser-Fußabdruck:

1. Hände mit kaltem Wasser waschen; Wasser während des Zähneputzens oder Einschäumens abstellen.

2. Sparsames Toilettenspülen etwa durch Betätigen der Stopptaste. 

3. Geschirrspüler möglichst voll beladen und mit Sparprogramm laufen lassen.

4. Waschmaschine immer gut befüllen, niedrigste benötigte Temperatur wählen, nicht vorwaschen.

5. An Wasserhähnen einen Durchflussbegrenzer (Perlator) anbringen. 

Quelle: www.wwf.de, Aufruf: 14.10.2021

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