Nachhaltigkeit beim Verpacken

Unermüdlich im Wertstoffkreislauf

Von Tobias Lemser · 2022

Verpackungen sollen ein Produkt schützen, Informationen bieten, anziehend wirken und bestenfalls auch noch nachhaltig sein – Aspekte, die Verbrauchenden immer wichtiger werden. Doch auf welche Materialien trifft Nachhaltigkeit insbesondere zu und wie schlagen sich Kunststoffe?

Verschiedene Produkte aus nachhaltigem Material liegen ausgebreitet auf einem Tisch.
Einwegverpackungen bestehen zunehmend aus nachhaltigen Rohstoffen. Foto: iStock / Iryna Mylinska

Brokkoli in der Feinschrumpffolie, Fertigpizza im Pappkarton, Tomatenmark in der Aluminiumtube: Lebensmittel aus dem Supermarkt kommen in der Regel kaum ohne Verpackungen aus – was erhebliche Auswirkungen auf unsere Müllberge hat. 

Mehr Müll im Homeoffice

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes fielen im Jahr 2020 in deutschen Haushalten insgesamt 39,6 Millionen Tonnen Abfälle an – vier Prozent mehr als im Vorjahr, was auch auf die Coronapandemie zurückzuführen ist. Mit ihr stieg das Pro-Kopf-Aufkommen an Haushaltsabfällen um 19 Kilogramm auf nunmehr 457 Kilogramm, also mehr als ein Kilogramm Müll, den jeder Einwohner am Tag erzeugt. Zuwächse gab es vor allem bei Wertstoffen, wie Plastik, Papier und Pappe. Gerade letzteres Verpackungsmaterial zählt neben Glas mit einer Recyclingquote von mehr als 80 Prozent zu den nachhaltigsten. Schließlich besteht Karton aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, das biologisch abbaubar ist und immer wieder zu einem neuen Produkt verarbeitet werden kann. Noch besser sind nur Stahl und Aluminium, die zu 90 Prozent wiederverwertbar sind.

Nachhaltigkeit beim Verpacken: Rundum umweltfreundlich

Doch wann dürfen sich Verpackungen überhaupt nachhaltig nennen? Entscheidend ist nicht nur, dass sie aus einem nachwachsenden und/oder recycelbaren Rohstoff bestehen, auch haben diese Verpackungen einen möglichst kleinen CO₂-Fußabdruck. Nachhaltige Verpackungen können zudem schlanke Produktionsprozesse und eine möglichst kurze Lieferkette vorweisen. Eigenschaften, die immer mehr Verbrauchenden am Herzen liegen. In einer Umfrage von Simon-Kucher & Partners von März 2021 legten hierzulande 73 Prozent der Befragten Wert auf nachhaltige Verpackungen. Frauen machen dabei einen besonders hohen Anteil aus. 

Kunststoff und Nachhaltigkeit – das passte bisher nicht zusammen. Neueste Biokunststoffe könnten dies nun dank akribischer Forschung ändern. Zusammengesetzt aus erneuerbaren Ressourcen auf Pflanzenbasis kommen die innovativen Materialien fortan vermehrt in Mülltüten sowie als Sichtverpackungen in der Lebensmittel- oder Kosmetikindustrie zum Einsatz. Weiterer Vorteil: Die ultradünnen Exemplare von nur wenigen Mikrometern Stärke eignen sich nicht nur dafür, die damit verpackten Waren genauestens zu begutachten, sondern verbrauchen zudem erheblich weniger Ressourcen.

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