Technologie für das Eigenheim

Heizen ohne Öl und Gas

Von Jens Bartels · 2022

Mit fossilen Brennstoffen heizt noch immer die große Mehrzahl der Deutschen, doch im Zuge der Energiewende und mit steigenden Preisen sind innovative Ideen für die Wärmeversorgung gefragt. Als Alternative steigt gerade beim privaten Eigenheimbesitzer die Beliebtheit von Wärmepumpen. Aber auch andere Alternativen verdienen einen genaueren Blick.

Eine Frau sitzt im Wohnzimmer und wärmt sich die Hände an einem strombetriebenen Heizkörper.
Foto: iStock / dragana991

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen heizt die eigenen vier Wände immer noch mit fossilen Brennstoffen. Derzeit sind laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fast drei Viertel der mehr als 40 Millionen Wohnungen mit einer Öl- oder Gasheizung ausgestattet. Allerdings führen die steigenden Energiepreise für fossile Brennstoffe und der wachsende Wunsch nach ökologischen Alternativen zu einem Umdenken vieler Bundesbürger. Entsprechend groß ist der Beratungsbedarf bei der Wahl der passenden Wärmeversorgung für das private Eigenheim. Wichtig in diesem Zusammenhang: Innovative Heizsysteme im Bereich der erneuerbaren Energien entschärfen gleich zwei Probleme – sie tragen sowohl zur Lösung der aktuellen Energiekrise als auch zum Kampf gegen den Klimawandel bei. 

Technologie für das Eigenheim: Strom als neue Basis für Wärme

Dabei stehen verschiedene Alternativen zur Auswahl. Besonders hoch im Kurs stehen bei privaten Eigenheimbesitzern die Wärmepumpen. Wenn die Voraussetzungen stimmen, bekommen Interessierte mit dieser Art der Wärmeversorgung eine mittlerweile ausgereifte Technik, um klimaschonend Wärme für Heizung und Warmwasser zu erzeugen. Circa drei Viertel der dafür benötigten Energie entzieht die Wärmepumpe der Umgebung, für den Rest benötigt die Wärmepumpe Strom. „2021 wurden etwa 150.000 Heizungswärmepumpen installiert, das sind aber lediglich 18 Prozent aller ausgetauschten und neu gebauten Heizsysteme“, sagt Jens Clausen, Wissenschaftler bei den Scientists for Future (S4F), einem interdisziplinären Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. „Dieser Anteil muss möglichst rasch auf 80 Prozent gesteigert werden“, fordert er. Allerdings ist der Einsatz in der Realität oft nicht einfach. Am besten gelingt die Abstimmung von Haus und Wärmepumpe beim Neubau, denn hier können von Anfang an Heizkörper, Dämmung und Technik in der passenden Art und Weise eingeplant werden. Wer sich für eine Wärmepumpe entscheidet, kann sie übrigens gut mit einer solarthermischen Anlage kombinieren.

Erneuerbare Brennstoffe nutzen

Anders als die Fotovoltaik-Technik, die Strom erzeugt, lässt sich mit einer Solarthermie-Anlage Trinkwasser erwärmen sowie die Heizungsanlage unterstützen. Bei der Planung und Dimensionierung einer solarthermischen Anlage gilt es, sämtliche Komponenten zu beachten, angefangen bei den Solarkollektoren auf dem Dach über die Solarstation mit Regelung bis zum Speicher für das Warmwasser. Weitere Alternativen für den privaten Eigenheimbesitzer sind Nano-Blockheizkraftwerke (BHKW) oder eine Brennstoffzelle als Strom erzeugende Heizung. Insbesondere für den Einsatz in Einfamilienhäusern wurden kleine BHKW konzipiert. Ein BHKW produziert gleichzeitig Strom und Wärme. In der Anlage treibt ein Motor einen Stromgenerator an, und die Abwärme speist Heizung und Warmwasserbereitung. Häufig werden die Anlagen mit Verbrennungsmotor und Erdgas betrieben, doch auch umweltfreundlichere Varianten werden angeboten. Die Brennstoffzellen-Heizung gehört wie das BHKW zu den Strom erzeugenden Heizungen. Sie funktioniert, indem in einer Brennstoffzelle Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser reagieren.

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