Nachhaltigkeit in der Telekommunikationsbranche

Kein Nischenthema mehr

Von Mark Krüger · 2021

Produktion von mobilen Endgeräten mit endlichen Ressourcen, ein steigendes Datenvolumen, starke Abhängigkeiten von Lieferanten – die Unternehmen der Telekommunikationsbranche haben es in puncto Nachhaltigkeit nicht unbedingt leicht. Untätig sind die Anbieter laut einer aktuellen Studie nicht, Optimierungspotenzial besteht dennoch.

Eine Frau trägt einen Korb mit frischen Lebensmitteln, während sie telefoniert.
Foto: iStock / blackCAT

Wie nachhaltig sind Telekommunikationsprodukte und -dienste? Diese Frage können selbst Fachleute nur schwer beantworten. Komplexe Infrastrukturen bei Diensten und durch weit verzweigte Wertschöpfungsketten gekennzeichnete Produkte sind ein Grund. Fakt ist jedoch: Die Telekommunikationsbranche ist material- und energieintensiv. Das liegt unter anderem daran, dass Grund- und Werkstoffe aus den sogenannten energieintensiven Industrien bezogen werden. So kommen beispielsweise für die benötigte Hardware Antennen und Gehäuse aus Stahl, Leitungen aus Kupfer sowie Flüssigkristalle, Silizium und Leuchtstoffe aus der chemischen Industrie zum Einsatz. Und es werden große Datenmengen bewegt und gespeichert.

Nachhaltigkeit in der Telekommunikationsbranche: Klare Strategie fehlt

Telekommunikationsanbieter müssen Verbesserungen in puncto Nachhaltigkeit anstreben. Das tun sie auch: Auf der Management-Agenda landet das Thema Nachhaltigkeit auf Platz drei. Das ist das Ergebnis einer KPMG-Umfrage aus 2020 unter 52 Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Deutschland. Die Studie „Nachhaltigkeit in der Kommunikation“ hat allerdings auch zutage gebracht, dass zwar 60 Prozent der Befragten dem Thema Nachhaltigkeit eine hohe oder die höchste Priorität einräumen, eine klare Nachhaltigkeitsstrategie hat jedoch nur die Hälfte der Unternehmen. Bei über 80 Prozent gibt es keine formale, organisatorisch verankerte Zuständigkeit.

Quelle: „Nachhaltige Kommunikation“, KPMG in Deutschland, 2020

Handlungsfelder mit Potenzial

Positiv bewertet die Studie die überraschend hohen Investitionen in Nachhaltigkeitsmaßnahmen und die Aktivitäten auf den verschiedenen Nachhaltigkeitsfeldern. So ist etwa die Mehrheit bei sozialen Aspekten wie der Reduzierung der Arbeitsbelastung (79 Prozent) aktiv; über 70 Prozent der Befragten gaben an, ihre Energieeffizienz zu verbessern sowie Recycling und Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. „Es besteht aber weiterhin Handlungsbedarf“, konstatiert Marc Ennemann, Head of Communication bei KPMG. „Die kontinuierliche Optimierung des Energieverbrauchs im Netzbetrieb sowie ein nachhaltiges Endgeräte- und Lieferkettenmanagement sind zwei wichtige Handlungsfelder. Dafür ist es wichtig, Transparenz hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und sozialer Faktoren in der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen.“

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