Nachhaltigkeit in der Finanzdienstleistung

Jungen Menschen ist der Impact wichtiger

Von Nadine Effert · 2022

Geld stinkt nicht – oder doch? Die Erwartungen an Banken ändern sich. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Finanzdienstleister Nachhaltigkeit zu einem elementaren Bestandteil ihres Geschäftsmodells machen. Green Banking ist das Schlagwort der Stunde – doch dafür mehr zahlen möchten aktuell nur die Jüngeren.

Eine junge Frau steht auf einem Balkon und hält ein Handy sowie eine Kreditkarte in der Hand.
Foto: iStock / Gu Studio

Immer mehr Menschen greifen zu Bio-Lebensmitteln, kaufen nachhaltig hergestellte Kleidung oder beziehen Ökostrom. Doch wenn es um das Thema Finanzen und Nachhaltigkeit geht, herrscht bei vielen Deutschen noch Zurückhaltung. Vor allem dann, wenn für nachhaltige Finanzprodukte mehr Geld zu zahlen ist. Insgesamt wären nur 32 Prozent der Bevölkerung dazu bereit. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Liquidität 50Plus 2021“, für die im Auftrag der TeamBank AG mehr als 3.000 Verbraucher befragt wurden. „Bei Finanzdienstleistungen ist das Bewusstsein der Kundinnen und Kunden für ökologisch-soziale Standards noch nicht ganz so ausgeprägt wie in anderen Lebensbereichen. Aber dieser Bereich kann nachziehen“, sagt TeamBank-Vorstandschef Frank Mühlbauer.

(K)eine Frage der Rendite

Zwar achten 41 Prozent der Befragten darauf, dass bei Bank- und Versicherungsprodukten ökologisch-soziale Standards eingehalten werden. Für Green Banking einen Aufpreis oder weniger Rendite zu akzeptieren, dazu sind allerdings vor allem die älteren Generationen nicht bereit. Bei den unter 30-Jährigen ist hingegen bei fast der Hälfte die Bereitschaft hierfür vorhanden. Dass „grüne Anlagealternativen“ auf Kosten der Rendite gehen, dieses Vorurteil konnte eine Meta-Studie der Universität Hamburg aus dem Weg räumen. Rund 2.000 empirische Studien wurden dazu untersucht. Das Resultat: Mehr als 90 Prozent davon kamen zu dem Schluss, dass nachhaltige Anlagen keinen Einfluss auf die Höhe des Gewinns haben oder diesen sogar erhöhen. Laut Experten spricht vieles dafür, dass sich der Renditevorteil gegenüber konventionellen Investments in Zukunft ausweiten wird.

Nachhaltigkeit in der Finanzdienstleistung: Transparenz schafft Vertrauen

Ein weiteres Ergebnis der TeamBank-Studie: Wenn sich Finanzdienstleister nicht um ökologisch-soziale Standards bemühen, vertrauen ihnen die Deutschen nicht. „Vertrauen ist auch von der für Kunden tatsächlich erlebbaren öko-sozialen Verantwortung abhängig. Deshalb ist transparente Kommunikation in diesem Bereich besonders wichtig,“ so Mühlbauer. Um mit dem Wandel in der Gesellschaft zu gehen, müsse zudem der Nachhaltigkeitsaspekt bei allen Produkten und Services von den Finanzdienstleistern mitgedacht werden.

Quellen:
BaFin: Nachhaltige Geldanlagen

TeamBank: Studie: Liquidität 50Plus Deutschland 2020

Schon gewusst?

Green Investments räumen Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsstandards (ESG) sowie gesellschaftlichen beziehungsweise ethischen Wertvorstellungen (SRI) einen hohen Stellenwert ein. Künftig sollen Finanzanlagen mit einer „Nachhaltigkeitsampel“ gekennzeichnet werden. Privatanlegende sollen so nachhaltige Investments leichter erkennen können. Zudem müssen Finanzberatende laut EU-Gesetz ihre Kunden zukünftig auf nachhaltige Investments hinweisen und dazu beraten.

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