Gesunder Boden

Klimafreundliche Bauernregeln

Von Jens Bartels · 2020

Ganz unterschiedliche Ideen tragen zu einer umweltschonenden Landwirtschaft bei. Hierzu zählen die Möglichkeiten der Präzisionslandwirtschaft. Aber auch lebendige Humusböden, natürlich belassene Moorböden oder die innovative Nutzung von Grünland führen zu einem Plus an Klimaschutz und sichern gleichzeitig die Artenvielfalt.

Hände pflanzen eine Blume ein.
Mehr Nachhaltigkeit ist auch in der Landwirtschaft gefragt. Foto: iStock / lovelyday12

Nachhaltige Agrarwirtschaft fängt auf dem Fahrersitz an. In Echtzeit erhält der im Traktor sitzende Landwirt über den Bordcomputer eine Vielzahl an Informationen, während er über die Felder fährt. So wird beispielsweise die Frage beantwortet, wie viel Dünger an welchen Stellen einzuplanen ist. Dabei strahlen optische Sensoren am Traktor Wellenlängen aus und messen das Grün an Pflanzen. Entsprechend dem Grünton reguliert der Düngerstreuer die ausgebrachte Menge der Nährstoffe. Effiziente Dosierung der Kunstdünger bedeutet gleichzeitig eine Einsparung von Emissionen. Insgesamt werden dank der Präzisionslandwirtschaft Betriebsmittel wie Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemittel nur dort eingesetzt, wo sie erforderlich sind. Die moderne Technik ist einer der Schlüssel zu einer nachhaltigen Agrarwirtschaft. 

Gesunder Boden für das Klima

In diesem Sektor gibt es hohe Einsparpotenziale für das Klimagas CO2. Zwar sind die in der Agrarwirtschaft entstehenden Emissionen von Kohlendioxid im Vergleich zu anderen Sektoren gering und basieren zudem auf Prozessen, die oft genug nicht zu vermeiden sind. Dennoch gilt es auch in der Landwirtschaft, den Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu beschreiten. 

Neben der Präzisionslandwirtschaft gehört auch die Bindung von Kohlendioxid in Böden zu den nachhaltigen Lösungen und sorgt zugleich für mehr Klimaschutz in der Agrarwirtschaft. Im Boden befindet sich mit Pflanzenteilen und Lebewesen eine Menge Kohlenstoff. Bei Verlust dieses Humus entsteht CO2. Gerade landwirtschaftliche Böden haben viel von diesem Humus verloren. Mit geeignetem ackerbaulichem Management ist es möglich, den Humusgehalt zu erhöhen, damit gleichzeitig CO2 aus der Luft zu binden und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. „Humusaufbau ist Klimaschutz!“, betont auch Walter Heidl. „Und die Landwirtschaft ist die einzige Branche, die den Humusgehalt im Boden aktiv erhöhen kann“, fügt der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes hinzu. Nach Angaben des Verbandes entspricht der Aufbau von 0,1 Prozent Humus pro Hektar etwa einer Bindung von drei bis sechs Tonnen CO2 je Hektar, abhängig von der Bodenart.

CO2 im Boden binden

Gebiete mit den höchsten Kohlenstoffvorräten im Boden sind in der Bundesrepublik übrigens Moorböden. Doch entwässerte und in landwirtschaftlicher Nutzung befindliche Moorböden führen zu einem schnellen Abbau von Torf und entwickeln sich damit zu einem hohen Emittenten von Treibhausgasen. Als kurzfristig umzusetzende Klimaschutzmaßnahme fordern daher Umweltschutzorganisationen Anreize, Moorböden nur noch als Grünland zu nutzen.

Erhalt der Artenvielfalt

Die ressourcenschonende Bewirtschaftung von vorhandenem Grünland ist ebenfalls ein wichtiger Baustein zur Reduktion von Klimagasen und erhält zugleich langfristig die Artenvielfalt. Nach Angaben von Wissenschaftlern des Thünen-Instituts in Braunschweig speichert Grünland, also Wiesen und Weiden, im Schnitt etwa doppelt soviel Kohlenstoff wie ein Ackerboden. Zugleich kommen über ein Drittel aller heimischen Farn- und Blütenpflanzen hauptsächlich auf Grünland vor. Um das Potenzial des Grünlandes auszuschöpfen, erforschen Wissenschaftler etwa aktuell mit dem Projekt „GreenGrass“, wie sich zukunftsweisende Technologien mit Blick auf eine nachhaltige Weidewirtschaft betreiben lassen.

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