Klimagerechte Immobilienwirtschaft

ESG-Vorgaben verändern die Immobilienwelt

Von Daniela Hoffmann · 2024

Kundinnen und Kunden der Immobilienunternehmen verlangen für ihre ESG-Reporte detaillierte Auskunft darüber, woher die genutzte Energie stammt und wie hoch der CO2-Fußabdruck eines Stromangebots ist. Die Verantwortlichen können diese Auskünfte mithilfe von künstlicher Intelligenz immer aktuell und transparent zur Verfügung stellen.

Smarte Sensoren im Haus als digitale Karte dargestellt
IoT-Sensoren helfen dabei, kontinuierlich den Verbrauch zu kontrollieren. Foto: iStock / Andrey Suslov

Derzeit setzt sich im Immobilienumfeld immer stärker die Erkenntnis durch, dass ESG-Aspekte (Environmental Social and Governance) einen erheblichen Einfluss auf die langfristige Wertentwicklung von Gebäuden haben. 

In Deutschland zielt jetzt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) darauf ab, die Energieeffizienz von Gebäuden kontinuierlich zu verbessern. Neue Gebäude müssen von Anfang an energieeffizienter konzipiert werden. Sowohl für neue Gebäude wie auch für Renovierungsprojekte gilt in fast allen Fällen eine Beratungspflicht. 

Damit soll sichergestellt sein, dass die effektivsten Maßnahmen geplant werden. IT-Tools werden zum zentralen Werkzeug, um Kennzahlen zu erheben, Nachhaltigkeits-Reportings zu automatisieren, die Einhaltung von Governance-Vorgaben sicherzustellen – und ganz allgemein Kosten und Rendite transparent auszubalancieren.

Klimagerechte Immobilienwirtschaft: Die Bedeutung der Asset-Management-Daten

So kommt Software schon bei der Energieberatung zum Einsatz. Berater und Planer müssen mit dem GEG ihre Prozesse und Kennzahlen auf neue Normen wie die DIN V 18599 ausrichten. Aber auch auf Hausbesitzer, Unternehmen und die Player in der Immobilienbranche kommen neue Aufgaben zu. 

Eine der größten Herausforderungen ist das Erheben der richtigen Daten, das bisher meist unzureichend, umständlich manuell und vor allem nur punktuell erfolgte. IoT-Sensoren helfen dabei, kontinuierlich unter anderem Daten zur Luftqualität oder zum Verbrauch von Versorgungsleistungen zu erheben. 

So lässt sich zum Beispiel prüfen, ob automatische Steuerungen für Licht richtig eingestellt sind. Mit moderner Technologie für Solarenergie kommen deutlich mehr Daten ins Spiel. Über Apps liefern sie Informationen, etwa wie viel Energie zu welcher Uhrzeit und Wetterlage erzeugt werden konnte. 

Auch die Vernetzung von Geräten und Anlagen untereinander ist ein wichtiges Teil im Energieeffizienz-Puzzle. So sollten beispielsweise Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Stromspeicher untereinander Daten für die bestmögliche Abstimmung austauschen. Doch die digital erhobenen Daten müssen auch irgendwo aggregiert, integriert und verarbeitet werden. Hinzu kommen weitere Quellen wie Finanz- und Controllingdaten, um die Kosten bewerten zu können. 

KI und digitaler Zwilling für Energiesparsamkeit

Das Konzept des digitalen Zwillings eignet sich insbesondere auch für das Gebäudeenergiemanagement. In einem digitalen Modell wird mittels Echtzeitdaten das physische Objekt virtuell gespiegelt. Auf der Grundlage der vorliegenden Daten sind neben Analysen beispielsweise auch Simulationen möglich, mit denen Varianten für die Systemverbesserung erprobt werden. KI leistet dabei einen wichtigen Beitrag, indem sie etwa Unregelmäßigkeiten im Energieverbrauch und defekte Geräte frühzeitig erkennt oder benötigte Verbräuche vorhersagt. Es gibt viele gut erprobte Algorithmen, deren Einsatz Kosten und Energie sparen hilft.

Die Einbeziehung von Energieeffizienzthemen ins Assetmanagement und ein integriertes ESG-Reporting, für das möglichst viele Daten kontinuierlich automatisiert erhoben werden, sollte deshalb auf der Agenda nach oben wandern. Und spätestens dann, wenn demnächst der Schornsteinfeger oder die Schornsteinfegerin vor der Tür steht, wird es ernst: Ihnen obliegt die Kontrolle, ob die neuen Vorgaben eingehalten werden.

Quellen:
Deloitte: Empowering real estate players through integrated ESG reporting
Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima: Was sind Scopes?
nbau: Carbon Management im Gebäudebetrieb

Schon gewusst?

Im Rahmen der Erfassung von Emissionen wird es mit Blick auf den Carbon-Footprint insbesondere für Unternehmen immer wichtiger, die Energiebilanz der Immobilien in den Griff zu bekommen und zu verbessern.

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