Energetische Gebäudesanierung

40 Prozent weniger Gas

Von Saskia Schumann · 2022

Energetische Gebäudesanierung lohnt sich – vor allem in Zeiten stark steigender Energiekosten. Doch während sich die Einsparungen erst in Jahren und Jahrzehnten zeigen, schlagen die Sanierungskosten sofort zu Buche.

Ein Handwerker wärmeisoliert eine Dachschräge.
Auch Dämmung rückt in der Energiekrise wieder stärker in den Fokus. Foto: iStock / artursfoto

Würden jedes Jahr zwei Prozent der Bestandsgebäude in der Bundesrepublik energetisch saniert – also gedämmt und mit neuen, gut isolierten Türen und Fenstern sowie mit modernen sparsamen Heizungen ausgestattet –, würde der Gasverbrauch des Gebäudesektors in Deutschland bis zum Jahr 2030 um etwa 40 Prozent sinken. Gleichzeitig sänken die Treibhausgasemissionen um bis zu 87 Prozent, so die Ergebnisse der Studie „Auswirkung der aktuellen Preissteigerung auf die Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierungsmaßnahmen” des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e. V. (BuVEG) und des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e. V. (FIW). 

Strengerer Standard bei energetischer Gebäudesanierung

Das Problem: Energetisches Sanieren kostet. Mit rund 3,6 Billionen Euro rechnen die Wohnungsbauverbände bis zum Jahr 2045. Für Dämmen und Heizungstausch fielen pro Jahr nach der Prognose 150 Milliarden Euro an – allerdings auch nur, wenn die regulatorischen Vorgaben für die Sanierung von Bestandsgebäuden beim Standard „Effizienzhaus 115“ bleiben, so wie es bisher das Ziel ist. Doch die Ampel geht einen gehörigen Schritt weiter und fordert bei Gebäudesanierungen den Standard „Effizienzhaus 70“. Die energetische Sanierung würde dann noch einmal deutlich aufwendiger – und teurer.

Das sind hohe Kosten, die auf die Wohnungseigentümer und letztlich auch auf die Mieterinnen und Mieter zukommen. Doch: Steigen die Energiepreise weiter – und davon gehen viele Experten aus –, rechnet sich das energetische Sanieren bereits in wenigen Jahren. Ab 2030, so die Studie von BuVEG und FIW, seien Betriebs- und Instandhaltungskosten unsanierter Gebäude höher als die von sanierten Gebäuden, bei denen die Investitionskosten bereits enthalten sind. Die Differenz der Energiekosten von sanierten zu unsanierten Häusern belaufe sich den Berechnungen zufolge ab 2030 auf mehr als das Doppelte, Tendenz steigend.

Dämmen verhindert Energiearmut

„Energetisches Sanieren wirkt sich schnell und signifikant auf die Energiekosten aus“, erklärt BuVEG-Geschäftsführer Jan Peter Hinrichs. „Wenn wir nicht handeln, laufen wir außerdem ungebremst in das Problem der Energiearmut in unserer Gesellschaft hinein – viele Menschen werden sich ein warmes Zuhause nicht mehr leisten können.“ Deshalb gelte es, heute alles zu unternehmen, um Gebäude so aufzustellen, dass die Heizwärme im Winter im Inneren bleibe. „Wir konnten zweifelsfrei aufzeigen, dass energieeffizientes Sanieren nicht nur dem Klima zugutekommt, sondern auch wirtschaftlich gerechtfertigt ist“, ergänzt Professor Andreas Holm, Leiter des FIW. Um Wohnungsunternehmen und Eigentümer jedoch in ihren Sanierungsbemühungen zu unterstützen, seien das Fortbestehen und Verstetigen der staatlichen Förderungen als Grundlage der Sanierungen unabdingbar.

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