Lösungsansätze in der Energiekrise

Die kommenden Generationen im Blick

Von Tobias Lemser · 2022

Seit Jahrzehnten wissen wir, wie es um unser Klima bestellt ist. Trotz innovativer Technologien ist noch immer zu wenig Schwung in der Energiewende. Jedoch gibt es auf vielerlei Gebieten auch Erfolg versprechende Ansätze in Richtung einer „Green Future“ zu verzeichnen – Ansätze, die uns langfristig ebenso dabei helfen können, nicht erneut in so eine derartige Energiekrise wie derzeit hineinzuschlittern.

Mehrere Hände halten eine grüne und bewachsene Kugel.
Nur wenn wir nachhaltiger handeln, hat unsere Erde eine grüne Zukunft. Foto: iStock / Khanchit Khirisutchalual

Ob Gas, Strom, Heizöl oder erst recht Benzin und Diesel: Sämtliche Energiepreise schießen derzeit geradezu durch die Decke und bewegen sich in nie erreichte Sphären. Was vor Jahren häufig als Horrorszenarien genannt wurde, ist nun Realität. Ein schwerer Schlag für die Wirtschaft. Insbesondere energieintensive Unternehmen, etwa aus der Stahlbranche oder Chemischen Industrie, sind von den Preissprüngen betroffen. 

Lösungsansätze in der Energiekrise: Finanzielle Entlastungen geplant

Aber auch Privatleute stehen vor großen finanziellen Belastungen. Doch wie gehen wir damit um? Wir können sparen: etwa indem wir die Raumtemperatur um mindestens ein Grad senken oder nur dann mit dem Auto fahren, wenn es nicht anders geht. Irgendwann ist jedoch auch der letzte Spartipp ausgereizt. Dann bleibt nur, auf den Staat zu setzen. Immerhin ist da kurzfristig finanzielle Hilfe in Sicht, um die Preisexplosion wenigstens etwas abzumildern (Stand: 18.03.2022). Eine weitere Entlastung betrifft Stromkunden, die zum 1. Juli 2022 keine EEG-Umlage, die sogenannte Ökostrom-Umlage, mehr zahlen müssen. Berechnungen der Bundesregierung zufolge ergibt sich daraus für eine vierköpfige Familie im Vergleich zu 2021 eine Entlastung um rund 300 Euro pro Jahr. 

Grüne Energie von hoher See

Trotz alledem darf gerade vor dem Hintergrund einer „Green Future“ der Klimaschutz nicht zu kurz kommen. Bis zum Jahr 2026 sind Investitionen von rund 200 Milliarden Euro angedacht. Wie Bundesfinanzminister Christian Lindner jüngst bekanntgab, sollen damit der CO₂-Ausstoß in der Industrie gemindert, weitere Ladesäulen für Elektroautos aufgebaut und die Wasserstoffwirtschaft gestärkt werden – eine der vielversprechendsten innovativen Branchen für eine grüne Zukunft. Wasserstoff ist nicht nur Hoffnungsträger bei der Umsetzung der Defossilisierung, sondern auch um die Mobilität nachhaltiger zu machen. Unbegrenzt vorhanden und ungiftig gilt Wasserstoff als der klimaneutrale Energieträger der Zukunft, sofern er mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Um dies zu ermöglichen, soll mithilfe der Elektrolyse, also der Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff, künftig in großem Format Wasserstoff auf hoher See direkt an der Windturbine erzeugt werden – kosteneffizient und zugleich nachhaltig.

Nachhaltigkeit macht glücklich

Überhaupt ist Nachhaltigkeit das Schlagwort schlechthin, wenn es darum geht, die Energiewende zu meistern. Und dass wir diese Herkulesaufgabe nicht nur bestimmten Branchen überlassen dürfen, sollte selbstverständlich sein. Es braucht jede und jeden Einzelnen: ob beim Shoppen oder alltäglichen Einkauf im Supermarkt, wobei nicht nur Waren hinsichtlich ihrer Erzeugung genauer unter die Lupe genommen werden dürfen, sondern auch das Verpackungsmaterial. Auch dieses gibt es inzwischen immer häufiger in der „Öko-Variante“. Die gute Nachricht: Selbst ein höherer Preis schreckt da viele nicht ab. Laut der im März publizierten PwC-Studie „Packaging – going green“ sind 57 Prozent der Verbrauchenden bereit, für nachhaltige Verpackungen mehr auszugeben. Bei einer weiteren Befragung, der Capgemini-Umfrage von März 2020, gaben 64 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie es glücklich machen würde, nachhaltige Produkte zu kaufen. Gerade bei den 25- bis 35-Jährigen war mit 72 Prozent die Zustimmungsrate besonders hoch.

Stein auf Stein – aber bitte nachhaltig!

Wer von Grund auf für eine „Green Future“ lebt, käme wahrscheinlich nicht auf die Idee, ein Haus zu bauen – zu immens die Energie, welche für die Produktion der Baustoffe benötigt wird. Es sei denn, eine nachhaltige Bauweise im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft wird angestrebt – langfristig für immer mehr Bauende ein neuer Weg. Der Green Building-Markt boomt regelrecht: Wurden bis zum Jahr 2013 laut BNP Paribas Real Estate lediglich 550 solcher Gebäude zertifiziert, waren es 2021 bereits 2.600, was ein jährliches Wachstum um rund 250 Gebäude bedeutet – viele Schritte, die in die richtige Richtung gehen, jedoch weiterhin von Politik, Wirtschaft, Forschung und uns Verbrauchenden viel Engagement erfordern, damit die bereits bestehende Klimahypothek für kommende Generationen so gering wie möglich ausfällt.

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