Energiespeicher Wasserstoff

Kleines Molekül, riesiges Potenzial

Von Mark Krüger · 2021

Hat Wasserstoff das Potenzial zur vierten Säule für die Energiewende? Fachleute sagen ja, vorausgesetzt der Energiespeicher wird klimaneutral hergestellt. Wichtig – auch für die Volkswirtschaft – ist zudem die Frage: Wasserstoff importieren oder selbst produzieren? Eine neue Studie des Wuppertal Instituts und DIW Econ hat darauf eine klare Antwort.

Wasserstoff Tankstelle
Foto: iStock/ Gabriele Maltinti

60 Wasserstoff-Tankstellen für Pkw, 20 spezielle Lkw-Wasserstoff-Tankstellen für 400 Brennstoffzellen-Lkw, 500 Wasserstoff-Busse für den ÖPNV und wasserstoffbetriebene Binnenschiffe – das sind einige der ambitionierten Ziele der „Wasserstoff Roadmap NRW“. Dass der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft derart gepuscht wird, leuchtet ein. Denn dort, wo es kaum andere Optionen gibt, klimaschädliche Treibhausgase zu vermeiden, ist das Potenzial von grünem Wasserstoff groß – vor allem in Industrie und Verkehr. Aber woher kommt der Energieträger der Zukunft?

Importe nicht zukunftsfähig

Ausgangspunkt der vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und vom Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) in Auftrag gegebenen Studie „Bewertung der Vor- und Nachteile von Wasserstoffimporten im Vergleich zur heimischen Produktion“ ist die neue Nationale Wasserstoffstrategie (NWS). Sie setzt vor allem auf den Import des Energieträgers. Laut Studie entstehen dadurch jedoch Risiken in der Versorgungssicherheit und die Gefahr, in potenziellen, stark von fossilen Energieträgern abhängigen Exportländern die Energiewende zu verschleppen. Aufgrund der hohen Importkosten könne eine heimische Wasserstoffherstellung sogar zu den gleichen Kosten produzieren. Des Weiteren, so die Befürchtung, könnten wasserstoffnutzende Produktionszweige wie die Stahl- und Chemieindustrie dorthin abwandern, wo Wasserstoff produziert wird.

Energiespeicher Wasserstoff: Potenziale nutzen

Quelle: Hydrogen Europe, 2020

„Aus Klimaschutzgründen muss der zukünftig genutzte Wasserstoff ausschließlich aus Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen sein“, resümiert Dr. Yann Girard, Co-Autor der Studie und Manager beim Consulting-Unternehmen DIW Econ. „Die heimische Produktion hat zudem ein enormes volkswirtschaftliches Potenzial mit Blick auf Wertschöpfung und Beschäftigung.“ Mit der Erreichung der Klimaziele 2050 betrüge die zusätzliche Wertschöpfung bei einer stark auf die heimische Erzeugung ausgerichtete Strategie bis zu 30 Milliarden Euro im Jahr 2050 und es könnten bis zu 800.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Hamburg scheint sich dieses Potenzials bewusst: Auf dem Gelände des stillgelegten Steinkohlekraftwerks Moorburg soll bereits ab 2025 grüner Wasserstoff im großen Stil produziert werden.

Wussten Sie schon, dass …

… Wasserstoff kein Energieträger ist, sondern ein Energiespeicher?
… Wasserstoff von Natur aus nur in gebundener Form, etwa in Wasser oder Erdgas, vorkommt?
… man zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff (Elek­trolyse) Energie braucht?
… grüner Wasserstoff mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird?

Weiterführende Artikel

Array
(
    [micrositeID] => 48
    [micro_portalID] => 28
    [micro_name] => Klimaschutz
    [micro_image] => 2654
    [micro_user] => 2
    [micro_created] => 1488280693
    [micro_last_edit_user] => 2
    [micro_last_edit_date] => 1488378642
    [micro_cID] => 1620
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 0
    [deleted] => 0
)