Erneuerbare Energien

Weniger Kohle, niedrigere Kosten

Von Karl-Heinz Möller · 2017

 Ein Windkraftrad wird zusammengebaut
Leistung und Rotoren der Windkrafträder werden immer effizienter.

Trotz eines EU-weit gestiegenen Stromverbrauchs ist die Stromerzeugung in der Europäischen Union im Jahr 2016 klimafreundlicher geworden. Der CO₂-Ausstoß der Kraftwerke in der gesamten EU sank beachtlich. Um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, sind weiterhin großen Anstrengungen nötig.

Trotz eines EU-weit um 0,5 Prozent gestiegenen Stromverbrauchs sank der CO₂-Ausstoß der Kraftwerke in den 28 EU-Staaten um 4,5 Prozent. Somit ist die Stromerzeugung im vergangenen Jahr wieder deutlich sauberer geworden. Einer der Gründe dafür ist der vermehrte Einsatz von Erdgas zulasten der klimaschädlichen Kohleverstromung. Vor allem Großbritannien, aber auch Italien, die Niederlande, Deutschland und Griechenland waren dabei besonders erfolgreich. Der zusätzliche Strombedarf wurde vollständig durch einen Anstieg der Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien in der gleichen Größenordnung gedeckt; laut der Studie „Energy Transition in the Power Sector in Europe: State of Affairs in 2016“ sowie der Autoren von „Agora Energiewende“ und Think Tank „Sandbag“.

Im Strommix dominieren die Erneuerbaren vor der Kernenergie, die einen Anteil von 26,3 Prozent hatte. Konkret ist der Anteil der Erneuerbaren Energien von 29,2 auf 29,6 Prozent leicht gestiegen. Allerdings: Der Ausbau Erneuerbarer Energien fiel geringer aus als in den Vorjahren. Obwohl mehr Windkraftanlagen installiert wurden, ist die Entwicklung bei Solar- und Biomassekraftwerken rückläufig. Für 2017 wird ein stärkeres Wachstum beim erneuerbaren Strom erwartet. Grund: Die Kosten für Strom aus Solarenergie und aus Offshore-Windkraft sind drastisch gesunken.

Smart Grid wird zum Super Grid

Eine elementare Veränderung erfährt die Systemstruktur. Nicht nur die verschiedenen Sektoren müssen kommunizieren, sondern das gesamte Netz braucht eine neue effiziente Architektur für mehr Flexibilität. Verbraucher und infrastrukturelle Elemente werden mit dem Stromnetz (Smart Grid) verknüpft und ermöglichen die Koordination von Stromerzeugung, Stromnachfrage und Speicherung. Vision ist das Zusammenschalten der regionalen Märkte zu einem internationalen europaweiten Super Grid. 

Konstanz und Sicherheit mit Stromspeichern

Eine effiziente Stromerzeugung ohne Engpässe bei konstanter Leistung gilt als zukunftsweisend. Speicher sichern Energie und können Schwankungen glätten. Für Mobilität via E-cars sind sie elementar. Stationär dienen Speicher für das kurzfristige Abschöpfen überschüssiger Energie oder bei Energiemangel als Puffer, beispielsweise in Unternehmen während intensiver Produktionsphasen. Neben mechanischen Energiespeichern gilt die größte Aufmerksamkeit der chemischen Energie. Unter anderem in Form von Batterien, wieder aufladbaren Akkus, Wasserstoff oder auch Redox-Flow-Zellen.

Die Kosten für einen durchschnittlichen Stromspeicher für Haushalte (Stand 2016) liegen je nach Hersteller und Größe zwischen zirka 5.000 Euro und 15.000 Euro. Betreiber einer optimal abgestimmten PV-Anlage können aktuell einen Preis für die gespeicherte Kilowattstunde von rund 27 Cent erreichen. Staatliche Förderung wird bis Dezember 2018 gewährt bei einem Kauf von netzdienlichen Solarstromspeichern.

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