Regenerative Energiequellen

Erneuerbar und gefahrlos (sicher)

Von Tobias Lemser · 2021

Noch nie wurde so viel Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugt wie im vergangenen Jahr – ein erfreulicher Trend auf dem Weg zur Energiewende. Doch welche Etappenziele gilt es als Nächstes zu erreichen und wie können die EU-Staaten am besten zusammenarbeiten? Anlass zu weiterem Optimismus gibt ein vielversprechendes Projekt in der Nordsee.

Wald von oben, Thema: erneuerbare Energie
Foto: iStock/ Petmal

Zum nunmehr zehnten Mal jährte sich am 11. März die Nuklearkatastrophe in Fukushima – ausgelöst durch ein Erdbeben und einen verheerenden Tsunami, der zu Kernschmelzen in drei Blöcken des Atomkraftwerks führte. Bis heute sind die Folgen durch die erhebliche Freisetzung von Radio­aktivität in der japanischen Hafenstadt spürbar.

Ende der Atomkraft

Konsequenz hierzulande: der seither schrittweise Ausstieg aus der Atomkraft bis Ende 2022. Gerade einmal sechs der ursprünglich 17 Atomkraftwerke sind aktuell noch am Netz. Um die Betreiber für den Atomausstieg und entgangene Einnahmen aus Atomstrom zu entschädigen, beschloss die Bundesregierung jüngst Ausgleichszahlungen von 2,43 Milliarden Euro. Ähnlich das Szenario beim Kohleausstieg, der bis spätestens 2038 besiegelt sein soll.

Ausbau regenerativer Energiequellen unaufhaltsam

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2021

Klar ist jedoch auch: Damit die Stromversorgung als Teil der Energiewende sichergestellt werden kann, braucht es gleichzeitig einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien, wie etwa die Solar- oder Windenergie. Doch was ist mit der Stromversorgung, wenn Flaute herrscht oder der Himmel wolkenverhangen ist? Laut Bundesregierung besteht kein Anlass zur Sorge. Zum einen, weil zuletzt sehr viel mehr Strom produziert wurde als hierzulande benötigt wurde, zum anderen, weil der Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorangeht und zuletzt einen neuen Rekordwert markiert hat: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf rund 46 Prozent im vergangenen Jahr, wie vorläufige Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft ergaben.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 252 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Den Löwenanteil machten mit gut 105 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Windkraftanlagen an Land aus, gefolgt von Photovoltaikanlagen und Biomasse, die mit rund 50 Milliarden kWh ähnlich große Mengen lieferten. Während Offshore-Windenergieanlagen rund 25 Milliarden kWh Energie erzeugten, schafften Wasserkraftanlagen gut 18 Milliarden kWh. Gerade mit letzterer Energiequelle besteht sogar zusätzlich die Option, mittels Elektrolyse grünen Wasserstoff herzustellen, womit sich beispielsweise Fahrzeuge ganz umweltfreundlich antreiben lassen.

Gigantischer Windpark in Nordsee

Auch wenn Deutschland auf einem guten Weg ist, bleibt noch einiges zu tun, um bis zum Jahr 2050 Energie fast ausschließlich aus regenerativen Quellen zu beziehen – wozu es auch die europäische Zusammenarbeit braucht. Eines der Vorzeigeprojekte hierfür ist der Bau einer künstlichen Insel vor der dänischen Halbinsel Jütland mit einer Größe von umgerechnet 64 Fußballfeldern. Ziel: die Versorgung gleich mehrerer europäischer Staaten mit Strom aus Windenergieanlagen. Um dies zu realisieren, soll die aufgeschüttete Insel als eine Art Knotenpunkt für umliegende Offshore-Windparks dienen. Nach Umsetzung des größten Bauprojekts in der dänischen Geschichte sollen rund zehn Millionen Haushalte mit einer Kapazität von zehn Gigawatt versorgt werden.

Damit dies jedoch zukünftig gelingt, muss der Strom über lange Strecken, sogenannte Stromautobahnen, die letztendlich auch europäisch vernetzt werden, möglichst verlustarm in die Verbrauchszentren im Süden und Westen transportiert werden. Hier bedarf es noch der Umsetzung einiger Projekte. Ganz abgesehen vom Bau effizienter Energiespeicher, auf die es insbesondere dann zurückzugreifen gilt, wenn Wind und Sonne zwischendurch mal eine Pause machen.

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