Nachhaltigkeit im Handel

Auf Kurs bleiben lohnt sich

Von Kathrin Kunterding · 2021

Bezeichnungen wie bio, fair und nachhaltig prangen auf immer mehr Produkten. Doch das allein macht noch keinen nachhaltigen Einzelhandel. Wo es Verbesserungsbedarf gibt und welchen Einfluss die Pandemie auf das Kaufverhalten hat, verrät eine aktuelle Studie des Instituts für Handel & Internationales Marketing.

Frau kauft nachhaltig ein.
Foto: iStock/ AsiaVision

Reformhaus, Bio- und Weltladen haben den Boden für den Nachhaltigkeitstrend bereitet, ein allgemein gestiegenes Bewusstsein für ethischen Konsum hat den Wandel im Einzelhandel und in der Konsumgüterindustrie weiter beschleunigt. Laut einer aktuellen Untersuchung von utopia.de achten mit 71 Prozent die meisten Deutschen im Supermarkt auf umweltfreundliche und faire Produkte. 69 Prozent shoppen auch bei Kosmetik- und Körperpflegeprodukten nachhaltig, bei Haushaltsartikel sind es immerhin 59 Prozent. Immer mehr Konsumenten erwarten, dass Handel und Hersteller sich bei ihrer Geschäftstätigkeit von Prinzipien der Nachhaltigkeit leiten lassen – etwa in Bezug auf Lieferketten, Produktionsbedingungen, Verpackung, Transport und Vermarktung, aber auch bei der Entsorgung und im Betrieb.

Krise als Booster

Der Handel reagiert auf den Ruf nach mehr Nachhaltigkeit, der aktuell noch lauter geworden ist, so das Ergebnis einer Studie des Saarbrücker Instituts für Handel & Internationales Marketing. „Nachhaltigkeit bleibt für den Handel nicht nur äußerst relevant, sie gewinnt durch die Covid-19-Pandemie sogar noch mehr an Bedeutung“, resümiert der Leiter der Studie Prof. Bastian Popp. „Unsere Studie zeigt, dass Nachhaltigkeit auch in der aktuellen Krisensituation entscheidenden Einfluss auf die Konsumentenentscheidungen hat. Die Kundinnen und Kunden haben sogar ein gesteigertes Interesse an diesem Thema und messen ihm zugleich mehr Bedeutung zu.“

Gezielte Maßnahmen gefordert für die Nachhaltigkeit im Handel

Quelle: VuMA, 2020

So legen 77 Prozent der 500 Befragten großen Wert darauf, dass die verwendeten Produkte nicht der Umwelt schaden. 67 Prozent gaben an, künftig nachhaltigere Produkte beim Kauf zu bevorzugen, auch wenn sie dafür mehr bezahlen müssen. 44 Prozent sind seit der Pandemie bereit, mehr für regionale Produkte auszugeben. Allerdings halten nur 19 Prozent der befragten Personen den Handel per se für nachhaltig. Laut Popp müsse der Handel diesen Verbesserungsbedarf als „Anlass und Chance sehen, um seine Nachhaltigkeit durch aktive Maßnahmen gezielt weiter zu verbessern – etwa durch Einsparung von CO2 und Verpackungsmaterialien sowie durch eigene umweltbezogene, wirtschaftliche und soziale Zielvorgaben.“

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