E-Mobilität & Co.

Leise, aber stetig: die E-Mobil-Welle

Von Patrick Jain · 2016

Ein Auto fährt durch den Herbstwald

Geht es nach den jüngsten Ideen der Stadtplaner und Umweltschützer, hauchen die Verbrenner unter den Autos bald ihr Leben aus. Wann das sein wird, weiß heute noch niemand. 2030 oder 2050? Denn niemand möchte auf Mobilität verzichten. Und mit E-Fahrzeugen und E-Bikes kommt man bisher nicht weit.

Kaum haben die Politiker gesprochen, werden die Taschenrechner gezückt. Beim Auto ist der deutsche Mobilist gerne gründlich. Er fährt nicht nur meilenwert bis zur günstigsten Tankstelle. Sondern wechselt auch jährlich seine Kfz-Versicherung zum günstigeren Tarif, weiß genauestens Bescheid über die gefahrenen Kilometer, wann ein Diesel sich lohnt. Freilich ist das jeweils nur Statistik, da niemand über Jahre vorhersagen kann, wieviel Kilometer er fährt, wie tief er das Gaspedal durchdrückt, wie die Spritpreise sich entwickeln, oder wie lange der Motor überhaupt hält.

Subventionen sollen die Elektromobilität voranbringen

Nun haben kühne Köpfe hochgerechnet: Ab 2024 spart der Mensch mit E-Autos Geld! Es hat sich inzwischen herumgesprochen: Elektroautos sind teurer als Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Einige Tausend Euro müssten Autofahrer in den ersten vier Jahren mehr für ein E-Auto bezahlen als für einen konventionellen Benziner oder Diesel. Ein aktuelle Studie zeigt: Ab 2024 rechnen sich Elektroautos. Strengere CO₂-Regulierung plus stark fallende Batteriepreise könnten ab 2024 die durchschnittlichen Kosten eines E-Autos für die ersten vier Jahre ungefähr denen eines Benziners entsprechen.

Das Problem der Ladestationen gehen die Autohersteller jetzt selbst an. „Die geplante Infrastruktur soll eine Ladeleistung von bis zu 350 Kilowatt unterstützen und somit ein wesentlich schnelleres Laden als derzeitige Schnellladenetze ermöglichen“, sagen Daimler, BMW, Ford sowie die Volkswagen-Töchter Audi und Porsche.

Skandinavien bleibt Vorreiter, auch bei den Alternativen

Skandinavien, speziell Norwegen ist da ein Stück weiter. Jedes fünfte Auto ist ein Elektromobil und 100.000 Exemplare fahren bereits durch das Land, das nur gut fünf Millionen Einwohner hat. Der Fortschritt ist teuer erkauft und die Subventionen reißen große Löcher in die Etats der Ministerien. Aber das wird billigend in Kauf genommen.

Was gibt es an Alternativen? Die Brennstoffstelle sagen die Norweger. Sie soll versuchen, das Problem der mit Diesel betriebenen LKWs zu lösen und wird daher ebenfalls gefördert. Brennstoffzellengetriebene Fahrzeuge sind Elektroautos, die ihren Strombedarf selbst decken. Eine galvanische Zelle erzeugt mittels einer chemischen Reaktion elektrischen Strom. Ein umweltfreundlicher Prozess vor allem deswegen, weil das Abgas reiner Wasserdampf ist. Ein Wasserstoff-Tankstellennetz in Deutschland mit rund 21 Tankstellen ist bisher allerdings so gut wie nicht vorhanden.

Was ist eigentlich aus dem umweltfreundlicheren Sprit E10 geworden? Nahezu jeder kennt diese Zapfsäulen. Und nur wenige greifen in Deutschland zu. Anders in Norwegen. Dort wird der Biokraftstoff mit 50 Prozent Bioethanol gemischt und gerne gezapft. In Frankreich wird E20 angeboten, ebenfalls mit großem Erfolg. Es existiert demnach noch eine weitere Alternative: Biokraftstoff. Norwegen forscht aktuell an Sprit-Variationen, die einen noch höheren Anteil an Biokraftstoff enthalten. Alles in allem wollen die Norweger mit Elektrizität, Wasserstoff und Biogas zu hundert Prozent die bisherigen Antriebsmethoden ersetzen.

Experten erkennen in Deutschland neue Chancen. Grund: Der Anteil an Benzinern werde wieder steigen, beispielsweise mit Hybridfahrzeugen. Zumal der aktuelle Fahrzeugbestand bis in die 2030er Jahre gefahren werden wird. Diese Flotte benötige einen sauberen, nachwachsenden Treibstoff. Ethanol sei eine schnelle Möglichkeit, fossiles Öl im Straßenverkehr zu ersetzen. Flächen für den Anbau stünden zur Verfügung, sagen Agrarökonomen. Deutschland sei ein Agrarüberschussland und benötige darüber hinaus keinen Hektar zusätzlichen Boden. 2015 sind nach deren Aussage nur 2,2 Prozent der 11,8 Millionen Hektar Ackerland zum Anbau von Energiepflanzen für die Bioethanol-Herstellung einschließlich aller Nebenprodukte genutzt worden.

Quelle: Commerz Finanz, 2016

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