Grünstrom

Wissen, was drin ist

Von Tobias Lemser · 2021

Immer mehr Menschen in Deutschland interessieren sich für Ökostrom. Als Kunden steigern sie dessen Anteil im deutschen Strommix und fördern so den Ausbau der erneuerbaren Energien. Doch nur echter Ökostrom hält, was er verspricht.

Zwei Menschen laufen durch einen Solarpark.
Im Idealfall unterstützt man mit seinem Stromtarif den Ausbau erneuerbarer Energien. Foto: iStock / RossHelen

Dass uns nachhaltiges Handeln immer wichtiger wird, verdeutlicht insbesondere ein Blick auf den Energiemarkt. Im Zentrum: Ökostrom, dessen Nachfrage weiter steigt. Wie das Vergleichs­portal Stromauskunft im Januar berichtete, planen noch in diesem Jahr sieben Millionen Verbraucher in einen Ökostromtarif zu wechseln.

Genaues Hinschauen lohnt sich

Wer sich für Ökostrom interessiert, muss nicht lange suchen. Schließlich bietet heute beinahe jeder Energieversorger eine Öko-Variante an. Doch Vorsicht: Nicht überall, wo Öko draufsteht, ist allein diese umweltgerechte Energie auch drin. Problem: Ökostrom ist kein gesetzlich geschützter Begriff, sodass dieser Anteile von Strom aus Atom- oder Kohlekraftwerken beinhalten kann. Mit der Intransparenz so manch eines Tarifes soll in Zukunft Schluss sein. Denn wenn es nach dem Bundeswirtschaftsministerium geht, steht eine Reform der Stromkennzeichnung an. Künftig soll aus den Rechnungen exakt hervorgehen, was im Strommix drin ist und aus welchen Quellen Anbieter den Strom beziehen. Insbesondere die Ökostrombranche begrüßt den Vorstoß.

Grünstrom-Label gibt Sicherheit

Bis dahin bieten Ökostromsiegel Verbrauchern eine Orientierungshilfe. Die Zertifizierung „Geprüfter Ökostrom“ durch TÜV NORD CERT etwa bescheinigt, dass der angebotene Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt und der Anbieter deren weiteren Ausbau fördert. Aber auch Umwelt- und Verbraucherverbände wie der NABU oder der Deutsche Naturschutzring bringen mit den Labeln „Grüner Strom“ oder „ok power“ Klarheit. Nicht nur die Herkunft jeder Kilowattstunde Ökostrom ist so nachweisbar, auch können sich Kunden wirklich sicher sein, direkt den weiteren Ausbau von Windparks und Solaranlagen zu unterstützen.

Trotz dieser Anstrengungen gibt es noch viel ungenutztes Potenzial. Um weiteren „reinen“ Ökostrom zu produzieren, braucht es zusätzliche dezentrale Anlagen, wie auch Photovoltaiktechnik auf dem eigenen Dach, Stecker-Solargeräte für den Balkon oder eine Solarthermieanlage zur Warmwasseraufbereitung. Fazit: Wer eine eigene regenerative Stromquelle besitzt, weiß genau, woher der Strom kommt. Verbraucher, die diese Option nicht haben und dennoch 100-prozentigen Ökostrom nutzen möchten, sollten stattdessen auf Anbieter mit Ökostromsiegel achten.

Weitere Quelle:
Verbraucherzentrale: Ist ein Tarif mit Ökostrom und Ökogas überhaupt sinnvoll?

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