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Grünes Leben

„Wir müssen nicht perfekt sein, um den Planeten zu retten“

2020

Janine Steeger

Früher jettete sie als RTL-Moderatorin um die Welt, heute radelt sie mit dem Lastenfahrrad durch Köln – Janine Steeger hat ihr Leben auf grün umgestellt. Wie das funktioniert und wie jeder von uns seinen Beitrag für eine nachhaltigere Welt leisten kann, erzählt sie im Interview.

Was war Ihr erster Schritt in ein grünes Leben?

Das war eine neue Kaffeemaschine. In der Zeit kurz nach der Fukushima-Katastrophe, als ich viel darüber nachdachte, welche Welt ich meinem Sohn hinterlassen möchte, ging meine Kapsel-Kaffeemaschine kaputt. Eine neue musste also her – doch diesmal eine, die nicht jedes Jahr Tonnen zusätzlichen Müll produziert. Also kaufte ich eine ganz normale Maschine mit Mahlwerk, in das ich ganze Bohnen einfülle. Diese Maschine läuft immer noch jeden Tag. 

Nach und nach haben Sie Ihr ganzes Leben umgekrempelt.

Genau. Ich war so begeistert von diesem ersten kleinen Erfolg, dass ich direkt weitergemacht habe. Ob beim Lebensmitteleinkauf oder beim Urlaub, bei Bank oder Stromanbieter – immer wieder fragte ich mich: Geht das nicht auch nachhaltig? Und meist gibt es eine grünere Alternative, die sich mit geringem Aufwand umsetzen lässt. Wir kaufen jetzt nicht mehr für die ganze Woche ein und werfen dadurch weniger Lebensmittel weg. Und in den Urlaub nach Portugal fahren wir mit dem Nachtzug.

Was war Ihr bisher größter Einschnitt?

Das war ganz klar die Abschaffung unseres Autos. Mit dem Auto zu fahren, erscheint uns bequem. Dabei vergessen wir aber völlig, wie oft wir im Stau stehen oder keinen Parkplatz finden. Mit dem Fahrrad ist man in der Stadt dagegen sehr mobil und zügig unterwegs. 

Was raten Sie Menschen, die Ihr Leben nun auch auf grün umstellen möchten?

Jeder muss für sich selbst überlegen, welchen Lebensbereich er am einfachsten umstellen kann. Und dann einfach machen. Wir müssen unser Leben nicht zu 100 Prozent perfekt grün gestalten, um den Planeten und die Umwelt zu retten. Aber wir müssen den Mut aufbringen, anzufangen – und dabei bedenken, dass wir Vorbild sind, für unsere Kinder, aber auch für unsere Mitmenschen. Nachdem mir vor ein paar Jahren in Berlin ein Lastenfahrrad vor die Füße gefahren ist, habe ich mir auch eins gekauft und war damit in Köln eine der ersten. Heute fahren hunderte solcher Räder durch die Kölner Straßen.

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E-Mail: presse@oekom.de
Web: www.oekom.de

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