Nachhaltiges Management

Das dreifache P

Von Paul Trebol · 2017

Ob Bio-Lebensmittel in Supermärkten, klimafreundlich hergestellte Textilien oder ökologisch korrekte Urlaubsreisen – die Anzahl der Güter und Dienstleistungen mit Ökoanteil wächst exponentiell. Für Unternehmen bedeutet dies mehr als eine Sortimentsveränderung. Es geht um eine Neuausrichtung innerhalb der Supply Chain. Ziele werden neu definiert und das Management steht vor einem Strategiewandel.

 Hand stapelt Münzen in Säulen neben einem Pflanzensprößling
Ökologie und Ökonomie als Partnerschaft betrachten

In wenigen Jahren werden nicht vollständig vernetzte Produktzyklen im Zuge von Industrie 4.0 ein Anachronismus sein. Aber wie steht es dabei um den Faktor Nachhaltigkeit? Das Leitbild der Nachhaltigen Produktion geht von der Vorstellung aus, dass soziale Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und der Schutz der natürlichen Umwelt untrennbar zusammengehören.

Bei der Herstellung von Produkten durch Industrie und Gewerbe werden stets Umweltgüter wie Rohstoffe oder Flächen in Anspruch genommen. Zudem werden Schadstoffe in Boden, Luft und Wasser emittiert. Tatsache ist: An diesen natürlichen Ressourcen wird heute weltweit zu Lasten künftiger Generationen Raubbau betrieben.

Wenn nicht jetzt, wann dann …

Mit welchen Technologien die resultierenden Herausforderungen gemeistert werden können, welche Rolle die Informationstechnik dabei spielt und welche Auswirkungen die Veränderungen auf die Produktnachfrage haben werden, ist noch weitgehend offen. Der weltweit steigende Energiebedarf und eine drohende Versorgungsknappheit führen zu einem Anstieg der Energiekosten. Vor diesem Hintergrund gibt es überzeugende Argumente dafür, jetzt zu handeln. Unternehmen, die Ihren Kunden nachhaltige Produkte und Lösungen bieten, ziehen daraus nicht nur ökologischen Nutzen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Maarten Neelis, Manager für industrielle Prozesse des auf nachhaltiges Produzieren spezialisierten Beratungsunternehmens Ecofys, konstatiert: „Von nachhaltigem Wirtschaften profitieren Mensch, Umwelt und Unternehmen gleichermaßen.“ Die Berater nennen es das Prinzip „Triple-P-Value“: People, Planet and Profit. Viele der neu gegründeten Startups untermauern ihrer Ansicht nach diese These. 

Publizität mit ehrlichen Daten 

Wenn es stimmt, dass via Digitalisierung und IoT der Kunde endgültig in den Mittelpunkt rückt, muss er überzeugt werden. Im Zuge immer transparenter werdender Produktionsprozesse und aufgeklärter Stakeholder wird es aufwändiger für Unternehmen, das Informationsbedürfnis ihrer Kunden zum nachhaltigen und sozialverträglichen Wirtschaften, ihrer Corporate Social Responsibility (CSR) zu befriedigen. Problem: „Gerade kleine und mittelständisch denkende Unternehmen kommen bei umfangreichen CSR-Anfragen großer Konzerne schnell an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit“, sagt Barbara Wieler, Senior Managerin im PwC-Bereich Sustainability Services. Wieler plädiert für gemeinsam zu installierende neutrale Plattformen, die Mittelständler (KMUs) unabhängig nutzen könnten, ohne die immensen Kosten für komplexe IT-Systeme alleine schultern zu müssen. 

Corporate-Responsibility-(CR)-Management braucht verlässliche Daten. Und zwar nicht nur zur Berichterstattung an die Verbraucher, Lieferanten und Aktionäre. Diese Daten werden auch für die zielgerichtete und einheitliche Steuerung der Nachhaltigkeitsleistung benötigt. Zumindest dann, wenn die Berichterstattung ernsthaft und glaubwürdig betrieben wird. In Zeiten, in denen nicht nur Kunden und Öffentlichkeit, sondern auch die Finanzmärkte immer stärkere Transparenz über Nachhaltigkeitsleistungen fordern, ist es keine Frage mehr, ob überhaupt berichtet werden sollte. Kern ist vielmehr, wie die notwendige verlässliche Datenqualität erreicht werden kann.

Zukünftige Nutzungsszenarien von Produkten einbeziehen

Im Konzept des „Transformativen Designs“ werden die Auswirkungen von Designentscheidungen untersucht. Es geht um die Frage, in wieweit Designprozesse die Welt verändern, und wie die Welt Einfluss nimmt auf das Design. Auf dieser transformativen Ebene kann ein bestimmter Bedarf mit einem minimalen Einsatz an Ressourcen und unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Prozesse gedeckt werden, so dass möglichst viele Verbraucher vom Nutzen des Produktes profitieren. Dieses Konzept zielt langfristig auf einen Wandel im Verhältnis von Natur, Mensch und Wirtschaft.

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